Michael Wolf - Kakteen

Heute (22.11.) geht es nach dem Frühstück los Richtung Norden, das Ziel ist die Gegend um Paposo. Kurz vor Paposo halten wir an, wir schauen uns große Copiapoa haseltoniana an. Hier oben steht eigentlich alles voll damit. An diesem Stopp findet sich auch eine Eriosyce und an einem der kleineren Exemplare entdecke ich sogar eine Samenkapsel mit wenigen Samen. Weiter geht es an Paposo vorbei Richtung El Cobre. Kurz davor kommt Copiapoa solaris bis direkt an die Straße heran, wir machen halt. Die Pflanzen sind in mäßigem Zustand, etwa die Hälfte ist abgestorben, der Rest treibt aber und hat auch geblüht. An diesem Standort herrscht absolute Stille, man hört einfach gar nichts. Wir fahren die ganze Zeit auf der Route 1, kaum ein anderes Fahrzeug begegnet uns, es ist sehr einsam hier.

Hinter El Cobre biegen wir auf eine frisch geschobene Küstenstraße ab, eigentlich eher ein besserer Feldweg. Wir hatten gestern Abend einen Tipp bekommen, dass man den bis ganz nach oben durchfahren kann und genau das machen wir. Es geht nur langsam voran, es ist eine Buckelpiste aus Schotter. Irgendwann tauchen die ersten Polster von Copiapoa solaris auf, aber die Pflanzen sehen jämmerlich aus, rund 80 % sind abgestorben.

Wir fahren dann den Weg noch bis oben aus dem Tal heraus und machen ein paar schöne Landschaftsaufnahmen von oberhalb, bevor wir auf der Asphaltstraße zurück nach El Cobre fahren, mit einem kurzen Zwischenstopp bei einem weiteren Standort von  Copiapoa solaris. Ein trauriger Anblick, etwa 98 % der Pflanzen sind abgestorben und keiner weiß warum.

Zurück geht es Richtung Süden, und irgendwann biegen wir in die Quebrada Botija ab. Gleich am Anfang, noch in den Sandflächen vor der Quebrada, stehen kleine Polster von Copiapoa ahremephiana, auch sie in schlechtem Zustand. Kaum 800 m weiter in der Quebrada halten wir bei Copiapoa decorticans. Auch diese Pflanzen sehen schlecht aus, alte Polster, die am Zerfallen sind, nur an den Enden der Triebe zeigen sich noch grüne, bedornte Köpfe. Wir fahren noch weiter hinein, bis zu den Standorten von Copiapoa solaris und machen dort einen längeren Stopp. Die Pflanzen sind hier in deutlich besserer Kondition, kräftig, in großen Gruppen, wirklich schön anzusehen. Auch hier gibt es abgestorbene Exemplare, aber bei Weitem nicht so viele wie an den anderen Standorten. Nach rund einer Stunde, es ist inzwischen 16 Uhr, machen wir Schluss und fahren weiter Richtung Süden nach Paposo.

Unterwegs halten wir noch einmal an einem Standort, hier sollen Copiapoa atacamensis und Copiapoa variispinata vorkommen. Die atacamensis finden wir reichlich. Nach längerem Suchen entdecken wir auch noch ein paar variispinata, aber insgesamt nur fünf Pflanzen.

Eigentlich wollten wir in Taltal noch essen gehen, das geht sich zeitlich aber nicht mehr aus. Also beschließen wir, in Paposo an einem Imbiss zu halten. Wir nehmen beide ein Fisch-Sandwich und je eine Empanada. Das Sandwich ist riesig, ich habe Mühe, es zu schaffen. Die Empanadas nehmen wir mit, die gibt es morgen zum Frühstück. Wir fahren weiter, kaufen in Taltal noch schnell Getränke und sind dann bald in der Hospedería. Morgen soll es nochmal Richtung Paposo gehen, das wird bestimmt wieder interessant.

 

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 weiter mit Tag 11



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